GSSG | Gemeinnützige Stiftung Sexualität und Gesundheit

Aktuelles

Rote Laterne (Foto: GSSG)

Neuer Fall von unlauterer Berichterstattung? Prostitutionsprojekte kritisieren Radio-Reportage

Juni 2021: Immer wieder fallen Journalist:innen auf, die sich schwertun mit dem Thema Prostitution. Zuletzt wurden der NDR-Reportage „Lovemobil“ Fälschungen nachgewiesen. Zuvor hatte der TV-Beitrag „Prostitution – kein Job wie jeder andere“ bei 3Sat eine Vielzahl von Gegendarstellungen und Beschwerden beim Fernsehrat zur Folge. Nun weisen die Beratungsstellen Hydra aus Berlin und Aldona aus Saarbrücken mit einer Pressemitteilung auf ein einseitiges und ideologisch verfälschtes Radio-Feature der ARD hin.

„The Invisibles“ – Ein Kommentar zur schwierigen Lage von queeren Frauen in Zentralasien und Osteuropa von Liliya Ten

April 2021: In der aktuellen Publikation „Gender & Diversity“ des Instituts für Auslandsbeziehungen  (Ifa) findet sich ein Kommentar von Liliya Ten mit dem Titel „The Invisibles“. Der Beitrag beschreibt die schwierige Lage von lesbischen, bisexuellen und queeren Frauen in Tschetschenien, Kirgisien und anderen Ländern in Zentralasien und Osteuropa. Ihre Situation und Bedürfnisse werden häufig missachtet und vergessen. Organisationen zur Repräsentation von queeren Frauen gibt es kaum bis gar nicht, gerade weil es an finanzieller Unterstützung mangelt. Auch die Daten- und Studienlage zur Situation der Frauen in diesen Regionen ist bisher unzureichend. So werden queere Frauen durch ihre Mehrfachmarginalisierung aufgrund von Geschlecht und sexueller Orientierung häufig diskriminiert, vergessen und dadurch unsichtbar gemacht.

Liliya Ten ist Mitgründerin von GRACE, einer Organisation, die sich für LGBTQ-Rechte in Kirgisien einsetzt. Sie war 2019 Praktikantin im Rahmen des CrossCultureProgramms des Ifa bei der GSSG.

(Foto: pixabay)

Fragwürdiger TV-Beitrag empört Wissenschaft, Fachleute und Beteiligte

März 2021: Am 4. März strahlte der Sender 3Sat einen Beitrag mit dem Titel „Prostitution: Kein Job wie jeder andere“ aus. Dieser wurde als „Wissenschaftsdokumentation“ bezeichnet, propagierte aber einseitig die Perspektive von Sexarbeitsgegner:innen. Jene Protagonistinnen, die sich für die Destigmatisierung von Sexarbeit einsetzen, wurden mit falschen Zusagen über einen ausgewogenen Beitrag zum Mitmachen bewogen. Unter ihnen auch die Sozialwissenschaftlerin und GSSG-Fachbeirätin Elfriede Steffan. Die Empörung über diesen Beitrag ist in der Fachwelt groß, und es gibt bereits zahlreiche Beschwerden von vielerlei Seiten bei der Redaktion und dem Fernsehrat.

Hier lesen Sie, mit welchen Stellungnahmen sich die Protagonistinnen Johanna WeberKristina Marlen und Elfriede Steffan gegen das unlautere Vorgehen der Filmemacherin wehren.
Außerdem wenden sich die Deutsche STI-Gesellschaft, die Caritas und der Sozialdienst Katholischer Frauen, der Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD) sowie das Bündnis der Fachberatungsstellen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter (Bufas) gegen den irreführenden Beitrag.

Fachbeirätin Gisela Hilgefort bei Deutschlandfunk Kultur zum §219a

März 2021: Die GSSG unterstützt neben den sexuellen Rechten auch die reproduktiven. Daher setzt sie sich dafür ein, dass Schwangere wählen können, wie sie ihre Schwangerschaft beenden. GSSG-Fachbeirätin Gisela Hilgefort hat zum Internationalen Frauentag im Deutschlandfunk Kultur erklärt, warum der § 219a diese Rechte blockiert.
Hier können sie den Beitrag hören oder eine Abschrift davon lesen.

Neuer Web-Auftritt des FGZ München

Februar 2021: Das Frauengesundheitszentrum (FGZ) München feiert in diesem Jahr seinen 35. Geburtstag. Diesen Anlass feiert das FGZ, so GSSG-Fachbeirätin Ulrike Sonnenberg-Schwan, unter anderem mit einer neuen Website. Die Münchner Einrichtung ist das bundesweit einzige FGZ mit einem Schwerpunkt für Frauen mit HIV.

Sexarbeits-Demo in Belin (Foto: BesD)

GSSG unterstützt Spendenaufruf des BesD für mehr Arbeitsrechte in der Sexarbeit

Januar 2021: Der Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD) ruft zu Spenden für mehr Arbeitsrechte in der Sexarbeit auf.

Damit möchte der BesD nicht nur Alternativen zur Kriminalisierung von Sexarbeit (und zum Prostituiertenschutzgesetz) miterarbeiten, sondern auch zur Eindämmung von Menschenhandel und Ausbeutung beitragen.

Politische Arbeit braucht ein finanzielles Grundgerüst – Spenden können Sie hier!

Dezemberausgabe der Zeitschrift für Sexualforschung

Dezember 2020: Die Dezember-Ausgabe 2020 der Zeitschrift für Sexualforschung setzt einen thematischen Schwerpunkt zur Sexarbeit. Mit dabei: der Forschungsbericht zum ProstSchG im SAGE-Pilotprojekt der GSSG. Dessen Ergebnis ist klar: Sexarbeitende brauchen mehr Beratungsangebote, die Gesundheitsämter könnten wichtige Lotsenfunktionen übernehmen.

Weihnachtsbäckerei (Foto: GSSG)

Plätzchen von und für Sexarbeitende

21. Dezember 2020: Für viele Menschen in der Sexarbeit bedeutet das Corona bedingte Arbeitsverbot große Not. Passend zur Weihnachtszeit zeigten sich Sexarbeiter:innen in und um Köln solidarisch mit ihren Kolleg:innen und backten. Zahlreiche selbstgebackene Plätzchen und Muffins landeten bei der Beratungsstelle „Rahab“ für Sexarbeiterinnen in Köln. Die verteilten das Gebäck auf der Straße und bei den Beratungen. Die Empfänger:innen haben sich, so Rahab, „total darüber gefreut“. Die Back-Aktion machte auch auf den Spendenaufruf des BesD für seinen Nothilfe-Fonds aufmerksam.

Dörte Nittka (Foto: Privat)

Knotenfrau Dörte Nittka ist verstorben

7. Dezember 2020: Die GSSG trauert um die Netzwerk-Kollegin Dörte Nittka, die am 7. Dezember nach langer Krankheit verstarb. Dörte war viele Jahre Ansprechpartnerin als Knotenfrau für Schleswig-Holstein im bundesweiten Netzwerk Frauen und Aids/HIV. Wir sind dankbar für die vielen schönen Begegnungen.

Gaby Wirz erhält das Bundesverdienstkreuz
(Foto: Sabine Faber)

Nachruf auf GSSG-Fachbeirätin Gaby Lenz von Harriet Langanke

3. Dezember 2020: Unsere Fachbeirätin Gaby Lenz – die die meisten noch als Gaby Wirz kennen – ist gestern gestorben. Nach langer Krankheit, friedlich und ohne Schmerzen, daheim im eigenen Bett, wie ihr Mann Jochen mich informiert hat.

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