Einführung von „PrEP My V(agina)“ in die deutsche HIV-Prävention
Heute, am 23. September 2026, war das SHAPE-Netzwerk beim Fachtag der Aidsprävention 2026 im Gesundheitsamt Dortmund verteten. Unter dem Motto „HIV/STI-Versorgung von Frauen in NRW“ brachte dieser Fachtag Fachkräfte aus Beratung nd Versorgung zusammen, um über die sexuelle Gesundheit von Frauen sowie über Test- und Beratungsangebote zu diskutieren.
Die von der „Arbeitsgemeinschaft Aidsprävention – HIV/STI in NRW“ organisierte und von der Akademie für Infektionsmedizin akkreditierte ganztägige Konferenz bot eine wichtige Plattform, um den dringenden Bedarf an frauenzentrierter Präventionsversorgung hervorzuheben.
Stärkung von Frauen durch Peer-Education
Erstmals dabei war das Projekt „PrEP My V(agina)“. Diese Peer-to-Peer-Aufklärungsinitiative, die in Zusammenarbeit zwischen dem SHAPE-Netzwerk und der EATG entwickelt wurde, zielt speziell darauf ab, das Bewusstsein für die Präexpositionsprophylaxe (PrEP) bei Frauen zu schärfen. Mit dem PrEP-Medikament können sich Frauen unabhängig von ihren Sexualpartnern vor einer HIV-Infektion schützen. Doch allzu oft beschränkt sich das Bewusstsein für PrEP auf andere Bevölkerungsgruppen, wodurch Frauen aus der wichtigen Diskussion über präventive sexuelle Gesundheit ausgeschlossen bleiben.
Die Botschaft vor Ort
Während der Veranstaltung wurden erstmals die neuen Flyer an die Teilnehmenden verteilt, die die Kernbotschaften der Kampagne deutlich hervorhoben: Auf Englisch steht dort „Eine weibliche Entscheidung in der HIV-Prävention“ und „Meine Gesundheit. Mein Vergnügen. Meine PrEP.“
Die Flyer im Visitenkartenformat zeigen inklusive Illustrationen von Frauen in ihrer Vielfalt und enthalten einen QR-Code. Mit dessen Hilfe gelangen Gesundheitsfachkräfte, Aktivist:innen und Interessierte direkt auf die PrEP-Website der Stiftung GSSG-Gemeinnützige Stiftung Sexualität und Gesundheit,www.stiftung-gssg.org/hiv-prophylaxe-als-schutz-fuer-frauen/). So wird sichergestellt, dass Fachleute und Interessierte problemlos auf zuverlässige, frauenspezifische Ressourcen zur sexuellen Gesundheit zugreifen können. Ermöglicht hat den Druck der Karten das Labor Krone, das die Kampagne, die die GSSG nach in Deutschland bringt, auch weiterhin unterstützen wird.
Die strukturelle Lücke schließen
Obwohl Deutschland eine vergleichsweise umfassende Gesundheitsversorgung bietet, stoßen Frauen oft auf strukturelle Hindernisse, wenn sie versuchen, Zugang zu präventiven Behandlungen wie PrEP, PEP und STI-Tests zu erhalten. Dies gilt umso mehr, wenn sie zu marginalisierten Gruppen gehören – wie beispielsweise Migrantinnen oder Frauen, die mit Sprachbarrieren konfrontiert sind. Fachveranstaltungen wie dieses Treffen der Arbeitsgemeinschaft Aidsprävention sind unerlässlich, um Interessenvertreter:innen mit Gesundheitsbehörden zu vernetzen und PrEP-Barrieren abzubauen.
Das SHAPE-Netzwerk setzt sich seit 2025 dafür ein, dass Frauen fundierte und selbstbestimmte Entscheidungen über ihre sexuelle Gesundheit treffen können, frei von Stigmatisierung. Durch Basisinitiativen wie „PrEP My V(agina)“ wird die wichtige Botschaft eines gerechten Zugangs zur Gesundheitsversorgung vor Ort weiterverbreitet.
Weitere Informationen zu den laufenden Projekten und digitalen Ressourcen finden sich unter www.stiftung-gssg.org.
